Drusus-Turm Ost: Ausführungsprojekt für das umweltfreundliche Gebäude des WOBI genehmigt
Die Baukosten des Holzbauprojekts Drusus-Turm Ost des Instituts für Sozialen Wohnbau (WOBI) in der Drususstraße in Bozen sorgen für Diskussionen. Das Projekt umfasst die Errichtung von 28 Wohneinheiten und 35 Stellplätzen sowie Räume für die Gemeinschaft und soziale Dienste. Die Gesamtkosten von 22,7 Millionen Euro beinhalten auch den Grundstückspreis und Steuern, während die reinen Planungs- und Baukosten 19 Millionen Euro betragen. Diese Kosten könnten sich im Zuge der bevorstehenden Ausschreibung noch verringern.
Die Präsidentin des Instituts für Sozialen Wohnbau, Francesca Tosolini, stellt klar: „Das WOBI setzt den Klima-Energie-Plan Südtirol 2025 der Provinz um, der ausdrücklich die Erprobung von Holzbauprojekten vorsieht. Dies unterstreicht unser Engagement für ökologische Nachhaltigkeit und technologische Innovation.“
Da es sich um eine experimentelle Bauweise handelt, mussten viele technische Aspekte geklärt werden – wie die Wahl einer mehrgeschossigen Hybrid-Holzkonstruktion zur Reduzierung der Umweltbelastung, der Bau eines Regenrückhaltebeckens, die Implementierung eines modernen Brandmeldesystems, die Einführung eines dynamischen Evakuierungssystems zum Schutz der Bewohner sowie die Einhaltung des Klima Haus Nature-Protokolls, das die Umweltfreundlichkeit des Gebäudes zertifiziert. Daher waren die Kosten von Anfang an höher als bei herkömmlichen Bauprojekten dieser Art. Die zusätzlichen 20 % Kostensteigerung sind auf den allgemeinen Anstieg der Baukosten zurückzuführen.
Das Projekt sieht zudem neue Räume für das Stadtviertel und soziale Dienste vor, um den Bedürfnissen der lokalen Gemeinschaft gerecht zu werden: Eine gesamte Etage des Gebäudes soll der Bezirksgemeinschaft zur Verfügung gestellt werden.
Die Landesrätin für Wohnbau, Ulli Mair, teilt die Bedenken: „Baukosten in dieser Höhe entsprechen nicht meiner Vorstellung von sozialem Wohnbau“, betont sie und weist darauf hin, dass das Projekt vor ihrem Amtsantritt gestartet wurde und die Kosten während der Planungsphase erheblich gestiegen sind.
„Obwohl die Baukosten generell im gesamten Sektor gestiegen sind“, so Mair weiter, „wurde das Institut für Sozialen Wohnbau nicht gegründet, um teure architektonische Pilotprojekte zu realisieren, sondern um funktionale, solide Wohnungen zu angemessenen Preisen bereitzustellen. Das Projekt befindet sich nun in einer fortgeschrittenen Phase“, schließt die Landesrätin, „aber in Zukunft dürfen derartige Kosten nicht mehr vorkommen.“
Mit dem WOBI wurde vereinbart, das Gebäude für mehr Wohnräume zu nutzen und es für ein mehrgenerationales Wohnprojekt sowie für nachhaltige Mietpreise zur Verfügung zu stellen.