Historisches Wobi-Erbe: Das „Rücksiedlerhaus“ in Brixen erstrahlt in neuem Glanz
Das Architekturschmuckstück der 1950er‑Jahre wurde nach modernen Wohnstandards umfassend saniert. Die Generalsanierung verleiht 27 Wohnungen sowie einem symbolträchtigen Bauwerk der Südtiroler Geschichte neue Würde und Funktionalität.
Die umfassenden Sanierungsarbeiten am Rücksiedlerhaus in der Vittorio‑Veneto‑Straße 33A und 33B in Brixen sind erfolgreich abgeschlossen. Die Maßnahme vereint die Aufwertung des historischen architektonischen Erbes mit zeitgemäßen Wohnstandards.
Der 1954 vom Bozner Architekten Tabernar errichtete Bau sollte ursprünglich Optanten aufnehmen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Österreich nach Südtirol zurückkehrten. Er gilt als bedeutendes Beispiel des späten Rationalismus, geprägt von schlichten Fassaden und ausgewogenen Volumen. Nach der späteren Übertragung an das Institut für den sozialen Wohnbau (WOBI) war eine grundlegende Sanierung erforderlich, um den historischen Wert zu bewahren und zugleich modernen Wohnansprüchen gerecht zu werden.
Das Projekt umfasste den gesamten Komplex mit 27 Wohnungen, zwei Büros und einer Einheit für einen Bar‑/Restaurantbetrieb.
Zentrale Maßnahmen:
Einbau zweier neuer, harmonisch integrierter Aufzüge für Menschen mit Beeinträchtigung und ältere Bewohner.
Restaurierung der Südbalkone mit neuen Geländern und Schutzdächern.
Umgestaltung des Kellergeschosses, Schaffung zweier neuer Wohneinheiten mit großzügigem Garten.
Wärmedämmverbundsystem, Komplettaustausch aller Fenster und Anschluss an das Fernwärmenetz.
„Diese Maßnahme ist weit mehr als eine reine Gebäuderenovierung“, betont WOBI‑Präsidentin Francesca Tosolini. „Wir haben sowohl die energetische Effizienz deutlich verbessert als auch die Barrierefreiheit konsequent umgesetzt. Für die Mieter bedeutet das mehr Komfort und geringere Energiekosten – ein konkretes Beispiel für die Rolle des WOBI als Motor städtebaulicher und sozialer Aufwertung.“
Die Landesrätin für Wohnbau Ulli Mair hebt die soziale Bedeutung hervor: „In die Sanierung bestehender Bausubstanz zu investieren heißt, Umweltverträglichkeit mit sozialer Verantwortung zu verbinden. Dieses Projekt zeigt, wie wir Bodenversiegelung vermeiden und gleichzeitig modernen, leistbaren Wohnraum schaffen können.“
Projektleiter Architekt Davide Remotti (WOBI) erläutert die Herausforderungen: „Wir mussten Außen‑ und Innenarbeiten in Anwesenheit der Mieter durchführen – das erforderte höchste Sicherheitsvorkehrungen und eine akribische Bauphasenplanung durch das Team unter Leitung von Architekt Marco Widmann. Technisch blieb die architektonische Identität erhalten, eine gelungene Synthese aus italienischem Rationalismus der 1930er‑Jahre und Einflüssen der Wiener Schule Josef Hoffmanns.“
Auch die Außenanlagen wurden aufgewertet: überdachte Fahrradabstellplätze, neu organisierte Müllbereiche und optimierte Fußwege.
Die Sanierung des „Rücksiedlerhauses “ setzt einen wichtigen Meilenstein in der WOBI‑Strategie zur Aufwertung des Bestands – ein Beispiel dafür, wie historische Erinnerung, Wohnqualität und ökologische Nachhaltigkeit erfolgreich vereint werden können.
