WOBI: Leerstand im Durchschnitt – Sanierungen als Hauptgrund
„Im Wohnungsbestand des Instituts für sozialen Wohnbau (WOBI) gibt es einige temporär ungenutzte, aber kaum dauerhaft leerstehende Wohnungen.“ Dies betont WOBI-Präsidentin Francesca Tosolini und nimmt damit Stellung zur oft diskutierten Frage nicht belegter Wohnungen.
Von den 13.500 Wohnungen des Wohnbauinstituts befinden sich derzeit 615 Wohnungen (4,6 %) in Sanierung, während nur ein sehr kleiner Anteil seit längerer Zeit leer steht. „Die Zahlen belegen, dass die Leerstandsquote weit niedriger ist als oft angenommen“, so Tosolini.Freigewordene Wohnungen müssen modernisiert und an aktuelle Sicherheits- sowie Wohnstandards angepasst werden. Viele benötigen umfassende Sanierungen, da sie teils jahrzehntelang genutzt wurden. Viele benötigen umfassende Sanierungen, da sie teils jahrzehntelang genutzt wurden. „Mit jährlich 450 sanierten und neuen Mietern zugewiesene Wohnungen nehmen wir unsere Verantwortung gegenüber den Bürgern auf den Wartelisten sehr ernst“, unterstreicht Tosolini. Dabei würden Gemeinden mit hoher Nachfrage bei der Zuweisung von neuen Wohnungen vorrangig behandelt.
Bei einem so großen Wohnungsbestand mögen die absoluten Zahlen zwar hoch erscheinen, doch der Leerstand von 4,6 % aufgrund von Sanierungen entspricht den Werten ähnlicher Körperschaften im Ausland. Dies bedeutet, dass durchschnittlich 19 von 20 Wohnungen vermietet sind – ein Wert, den viele Vermieter als gut betrachten würden. Neben den Sanierungen betreffen einige zusätzliche Leerstände Wohnungen in abgelegene Lagen für welche es momentan keine Rangordnungen oder gibt oder Immobilien, die zum Verkauf stehen.
Maßnahmen zur Optimierung der Bestandsverwaltung
„Die Verwaltung des WOBI-Wohnungsbestands ist komplex und erfordert effiziente Abläufe. Auch wenn Leerstände nie ganz vermeidbar sind, arbeiten wir kontinuierlich daran, diese zu minimieren und gleichzeitig Sicherheit sowie Wohnqualität zu garantieren“, erklärt die Präsidentin. Die Suche nach einer geeigneteren Software zur Verwaltung der Meldungen der Mieter, der Wartung und der Sanierung sowie die Einführung von Rahmenvereinbarungen werde dem WOBI ermöglichen, die Anzahl der sanierten oder instandgesetzte Wohnungen in den kommenden zwei Jahren zu erhöhen.
Wohnlandesrätin Ulli Mair kündigt in diesem Zusammenhang unterstützende Maßnahmen an: „Neben dem, was das WOBI selbst leistet und was durchaus noch verbessert werden kann, arbeiten wir derzeit intensiv an neuen Möglichkeiten, im Bereich der Sanierung und auch des Neubaus künftig auf die Zusammenarbeit mit externen Kräften und Ressourcen zu setzen, um die Dauer der Leerstände zu verkürzen und neue Wohnmöglichkeiten zu schaffen“, so Mair.
Tosolini verweist zudem darauf, dass es in Südtirol im Vergleich zum restlichen Staatsgebiet kein Problem mit illegalen Wohnungsbesetzungen gibt. „Wir sind das einzige Wohnbauinstitut in Italien ohne besetzte Wohnungen, und wir werden durch kontinuierliche Überwachung und die Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften dafür sorgen, dass das auch weiterhin so bleibt“, so Tosolini.
Investitionen in Sanierungen und Neubauten
Für 2025 hat das WOBI fast 45 Millionen Euro für umfassende Sanierungsmaßnahmen eingeplant. Dazu zählen energetische Sanierungen, die Erneuerung von Fassaden, Dächern, Fenstern, Wärmedämmungen sowie die Sanierung von Elektro- und Aufzugsanlagen. Zusätzlich sind über 8.000 Maßnahmen zur regulären Instandhaltung vorgesehen. Parallel dazu werden neue Bauprogramme mit einem Investitionsvolumen von über 26 Millionen Euro fortgeführt.
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 481 Wohnungen zugewiesen, darunter Neuvergaben und Wohnungswechsel auf Mieterwunsch – was eine Steigerung im Vergleich zu 2023 darstellt. Die Investitionen für Sanierungen und Wiederinstandsetzungen beliefen sich auf über 14 Millionen Euro und sollen bis 2027 auf 20 Millionen Euro ansteigen.