WOBI: Murales „Raum für Farbe“ in der Europaallee feierlich eingeweiht

03.08.2026, 14:34

In Bozen wird Aufwertung zur Kunst und Schönheit zu Zusammenleben und Teilhabe

Das Institut und die Stadtgemeinde verwandeln gemeinsam mit Vereinen und Street-Art-Künstlern den Durchgang zwischen den Wohngebäuden in ein Gemeinschaftskunstwerk. Tosolini: „Aufwertung bedeutet nicht nur, Fassaden zu dämmen, sondern auch Schönheit, Stolz und ein Gefühl der Zugehörigkeit in die Wohnviertel zu bringen.“

Eine wahre Explosion aus Farben, Naturmotiven und gemeinsam ausgewählten Worten hat das Grau eines Durchgangs in einer Wohnanlage in ein sichtbares Zeichen gelebter Gemeinschaft verwandelt. Heute Vormittag wurde in der WOBI-Wohnanlage in der Europaallee 35–41 in Bozen das Murales im Rahmen des Projekts zur städtebaulichen Aufwertung und Bürgerbeteiligung „Raum für Farbe“ offiziell eingeweiht.

Das Murales erstreckt sich über die vier Fassaden des quaderförmigen Eingangsbereichs, der sich auf dem Grünstreifen zwischen den Wohngebäuden befindet. Vor einem lebhaften blauen Hintergrund entfalten sich Äste, Blätter und eine farbenfrohe Vielzahl von Vögeln – von einfachen Spatzen bis hin zu bunten Papageienpaaren. Sie symbolisieren sowohl den Reichtum der Artenvielfalt als auch die Vielfalt der menschlichen Lebensgeschichten innerhalb der Wohnanlage.

Aus den Schnäbeln der Vögel entstehen Schlüsselbegriffe wie „Natur“, „Arbeit“, „cultura“ sowie weitere positive Begriffe in arabischer Sprache und in unterschiedlichen Sprachen. Die Begriffe wurden unmittelbar im Rahmen von Gesprächsrunden und Versammlungen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gesammelt.

Das von den Künstlern Matteo Caria, Künstlername Sanue, und Riccardo Rizzo, Rick, geschaffene Murales ist das Ergebnis eines im Januar begonnenen gemeinsamen Prozesses. Daran beteiligt waren das WOBI, die Stadtgemeinde Bozen, die Sozialdienste, der Betrieb für Sozialdienste Bozen – BSB sowie ein breit aufgestelltes Netzwerk lokaler Partner: der Verein La Strada – Der Weg mit dem Jugendzentrum KuBi, der Verein Volontarius, das Netzwerk StreetWorkBz und das Projekt MurArte.

„Wenn wir von Aufwertung sprechen, dürfen wir uns nicht ausschließlich auf die technische Dimension beschränken, beispielsweise auf die Fassadendämmung oder den Austausch von Fenstern“, erklärt die Präsidentin des WOBI, Francesca Tosolini. „Aufwertung bedeutet, einen Ort schön, einladend und lebendig zu gestalten und ihn vor allem zu etwas zu machen, auf das die Menschen stolz sein können. Schönheit und ein gepflegtes Umfeld fördern Respekt und ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein.“

„Das Lächeln der Mieterinnen und Mieter und ihr Dank zeigen uns, dass wir unser Ziel erreicht haben: Diese Botschaft ist bei den Menschen angekommen. Jedes Wohnviertel, in Bozen ebenso wie in den Randgebieten des Landes, verdient einladende Orte. Wir hoffen, diese positive Erfahrung auch andernorts wiederholen zu können, um den Bürgerinnen und Bürgern öffentliche Räume zurückzugeben, die sie mit neuer Begeisterung nutzen und beleben können.“

Auch die Stadtverwaltung zeigte sich von der Initiative begeistert. „Mit diesen Murales werden wir nicht die Welt retten, aber wir schaffen ein Umfeld, das dazu beitragen kann, Spannungen abzubauen, das Wohlbefinden zu fördern und die Neugier der Bürgerinnen und Bürger zu wecken“, betonte Stefano Santoro als Vertreter des Amtes für Familie, Jugend und Sozialförderung der Stadtgemeinde Bozen. Er hob dabei insbesondere den pädagogischen Wert der aufsuchenden Jugendarbeit und der Zusammenarbeit mit jungen Menschen hervor.

Von besonderer Bedeutung war die aktive Beteiligung der Jugendlichen des Viertels und der dort lebenden Familien. Unter der Koordination des KuBi-Teams und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von StreetWorkBz wurde das künstlerische Projekt zu einer Gelegenheit, Beziehungen aufzubauen, den Bedürfnissen der Gemeinschaft zuzuhören und die Integration zu fördern.

„Ein aufrichtiger Dank gilt allen Partnern, den Künstlern, den Vereinen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des WOBI, die sich vom ersten Tag an mit großem Engagement eingebracht haben“, erklärte Präsidentin Tosolini abschließend. „Große Ergebnisse können nur durch gemeinsames Handeln erzielt werden. Von heute an trennen diese Mauern nicht mehr, sondern erzählen eine Geschichte des Zusammenlebens und des gegenseitigen Respekts, auf die die gesamte Stadt stolz sein kann.“