WOBI: Tosolini zieht zum Ende ihrer Amtszeit Bilanz über sechs Jahre an der Spitze des Instituts – verantwortungsvolle Verwaltung, Weitblick und der Mensch im Mittelpunkt

09.09.2026, 15:00

Die Präsidentin: „Wir haben die Grundlagen für eine Neuorganisation geschaffen und wichtige Arbeit bei der Sanierung des Wohnungsbestands geleistet. Mit Entschlossenheit haben wir daran gearbeitet, das Institut noch stärker an den Bedürfnissen im Land auszurichten.“

Mit dem regulären Ende ihrer Amtszeit als Präsidentin des Instituts für den sozialen Wohnbau des Landes Südtirol (WOBI) zieht Francesca Tosolini Bilanz über die vergangenen sechs Jahre. Im Mittelpunkt stehen dabei die erzielten Ergebnisse in der Verwaltung, die Maßnahmen zur Entwicklung und Sanierung des Wohnungsbestands sowie die Grundlagen für die organisatorische Weiterentwicklung des WOBI.

Dieser Weg verband ein besonderes Augenmerk auf Bau- und Instandhaltungsprojekte mit dem kontinuierlichen Einsatz für die sozialen Bedürfnisse der Südtiroler Bevölkerung. „Wenn vom WOBI die Rede ist, geht es häufig um Kubikmeter, Baustellen oder bereitgestellte Finanzmittel“, erklärt Francesca Tosolini. „Doch der öffentliche Wohnbau berührt jeden Tag das Leben der Menschen: Er bedeutet, alleinlebenden älteren Menschen zu begegnen, Familien in schwierigen Situationen zu begleiten, bei Konflikten zu vermitteln und mit Fingerspitzengefühl und Verantwortungsbewusstsein zu handeln. Uns war in diesen Jahren wichtig, dass diese menschliche Seite des Instituts stets präsent bleibt. Das WOBI zu führen, erfordert Sorgfalt, vor allem aber ein offenes Ohr und Nähe zu den Menschen.“

Die Arbeit der Präsidentin war geprägt von einer kontinuierlichen Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts, deren täglicher Einsatz für die Verwaltung dieser komplexen Einrichtung von grundlegender Bedeutung war, sowie von einem offenen Dialog mit den Gemeinden, den Sozialdiensten und den Ordnungskräften. Dieser Ansatz ermöglichte es, schwierige Situationen zu bewältigen und die Mietrückstandsquote auf einem niedrigen Niveau zu halten: Sie lag 2025 bei 3,16 % und damit unter dem Wert von 3,66 % im Jahr 2024. Gleichzeitig wurden die Betreuung von insgesamt 13.512 Wohnungen und die Bearbeitung von 2.705 Gesuchen um Zuweisung einer Sozialwohnung gewährleistet.

Im Bereich der Bau- und Investitionsplanung wurden bedeutende Vorhaben auf den Weg gebracht und fortgeführt. Allein im letzten Geschäftsjahr wurden insgesamt 46,46 Millionen Euro investiert. Im Rahmen des Zehnjahresplans, der 617 neue Wohnungen vorsieht, von denen 123 bereits fertiggestellt sind, 79 sich im Bau und 84 in der Planungs- oder Ausschreibungsphase befinden, stechen insbesondere der Abbruch und Wiederaufbau des ehemaligen Lehrlingsheims in Haslach mit 65 Wohnungen sowie der Holzturm in den Grieser Auen mit 28 Wohnungen hervor. Hinzu kommen die fertiggestellten Wohnanlagen in Brixen, Bruneck, Toblach, Neumarkt, Latsch und Terlan. Neben dem Neubau wurden gemeinsam mit dem Verwaltungsrat entscheidende Impulse für die Sanierung des bestehenden Wohnungsbestands gesetzt. Mit einem eigenen Beschluss wurde eine Arbeitsgruppe für Sanierungen eingerichtet und organisatorisch strukturiert. Ihr gehören technische Fachkräfte sowie Architektinnen und Architekten des Instituts an. Diese Taskforce hat es ermöglicht, die Sanierung und Wiederinstandsetzung leer stehender Wohnungen zu beschleunigen, zu optimieren und effizienter zu gestalten.

„Gemeinsam mit dem Verwaltungsrat haben wir uns dafür entschieden, die Sanierung und die außerordentliche Instandhaltung entschlossen voranzutreiben“, unterstreicht Francesca Tosolini. „Die Einrichtung der internen technischen Taskforce hat sich als strategisch entscheidend erwiesen, um die Abläufe zu beschleunigen und die Arbeiten effizienter zu gestalten. Allein 2025 wurden Hunderte Maßnahmen zur Wiederinstandsetzung und Sanierung frei gewordener Wohnungen abgeschlossen, sodass wir insgesamt 424 Wohnungen übergeben konnten. Das bedeutet, dass 424 Familien eine konkrete Antwort auf ihren Wohnbedarf erhalten haben. Dazu kommen 140 gezielte Maßnahmen zum Abbau architektonischer Barrieren und der Einbau von 3 Treppenliften mit einer Investitionssumme von 1,015 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden mehr als 9.000 Meldungen zu Instandhaltungsbedarf bearbeitet und 8,4 Millionen Euro für die ordentliche Instandhaltung bereitgestellt.“

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Analyse der Organisationsstruktur und der Einleitung der Verwaltungsverfahren zur Modernisierung des Instituts. Gemeinsam mit dem Verwaltungsrat und der Direktion wurden Bedarfsanalysen durchgeführt und ein Plan zur organisatorischen Neuaufstellung und Digitalisierung erarbeitet. Gleichzeitig wurden alle von den Landesbestimmungen vorgesehenen Verfahren – Wettbewerbe und Interessenbekundungsverfahren – zur Besetzung der Stellen und zur Sicherstellung des Generationenwechsels eingeleitet.

„Wir können klar festhalten, dass konkrete Grundlagen geschaffen und ein Prozess der Neuorganisation eingeleitet wurden. Dabei haben wir an den Strukturen, den Verantwortlichkeiten und den Arbeitsabläufen angesetzt und die Voraussetzungen für ein moderneres, effizienteres und stärker ergebnisorientiertes Institut geschaffen“, präzisiert Präsidentin Tosolini. „Eine öffentliche Einrichtung muss in der Lage sein, sich dem Wandel der Zeit und den neuen Anforderungen an ihre Dienstleistungen anzupassen. Als Präsidentin und als Verwaltungsrat haben wir mit Entschlossenheit und einer klaren Vision alles getan, was wir für wesentlich hielten und in unserer Zuständigkeit lag, um das Institut auf die Zukunft vorzubereiten. Wir hoffen, dass die Vorschläge und Leitlinien dieses scheidenden Verwaltungsrats künftig umgesetzt werden können und zum Wohle des Instituts und der Gemeinschaft die erhofften Ergebnisse bringen.“