WOBI und Gemeinde Bozen: Aufwertung der Grünfläche in der Reschenstraße 80
Treffen zwischen Präsidentin Tosolini, Stadtrat Della Ratta und Gemeinderätin Daidone zur Übergabe der Fläche: Dialog über einen Gedenkpfad.
Bozen, 15. Juli 2025 – Kürzlich fand in der Reschenstraße 80 in Bozen ein Treffen zwischen dem Wohnbauinstitut WOBI und der Gemeinde Bozen statt, mit dem Ziel, über die Zukunft einer historisch und symbolisch bedeutsamen Fläche zu entscheiden: der Grünfläche, die einst den Gedenkstein des ehemaligen Lagers von Bozen beherbergte. Anwesend waren die Präsidentin des WOBI, Francesca Tosolini, der Stadtrat für Vermögen, Claudio Della Ratta, sowie die Gemeinderätin und Vizefraktionsvorsitzende von Forza Italia, Patrizia Daidone.
Die Fläche in der Reschenstraße 80, heute Zugang zu einem in den 1960er-Jahren errichteten Wohnkomplex, war über Jahrzehnte ein Ort der Erinnerung an das Lager von Bozen. Bis 1985 erinnerte eine blumengeschmückte Grünfläche mit einem Gedenkstein an diesen Ort, der regelmäßig Schauplatz von Gedenkfeiern war. Nach der Verlegung des Gedenksteins vor die Kirche Pius X. verfiel die Grünfläche zunehmend, was zu Aufrufen der Anwohner zur Wiederherstellung der historischen Bedeutung führte. Viele Einwohner äußerten Enttäuschung über die Entfremdung eines so bedeutenden Ortes.
„Die Grünfläche in der Reschenstraße 80 ist Eigentum des WOBI. Obwohl sie bereits mit neuen Pflanzen und Blumen neugestaltet wurde, geht die wahre Aufwertung über das bloß Ästhetische hinaus: Es geht um historische Erinnerung und bürgerschaftliches Bewusstsein“, erklärte die Präsidentin des WOBI, Francesca Tosolini. „Deshalb werden wir der Gemeinde vorschlagen, diese kleine, aber bedeutende Fläche zu übernehmen, damit sie dem angrenzenden Mauerdenkmal angeschlossen werden kann, das bereits von der Gemeinde verwaltet wird. Wir glauben, dass so ein einheitlicher Gedenkpfad entstehen kann, der einem Ort, der ein grundlegendes Stück Bozner Geschichte darstellt, gerecht wird.“
Das Treffen, an dem auch mehrere Mitglieder des spontanen Anwohnerkomitees der Reschenstraße 80 teilnahmen, ermöglichte einen konkreten und konstruktiven Dialog mit der neuen Stadtverwaltung und eröffnete Perspektiven für eine würdevolle Zukunft der Fläche. Der Stadtrat für Vermögen, Claudio Della Ratta, betonte: „Dieses Treffen stellt einen wichtigen Schritt zur Rückgewinnung eines Ortes dar, der eine tiefe Bedeutung für unsere Gemeinschaft hat. Die Rückverlegung des Gedenksteins wird schwierig sein, aber wir sind offen für den Vorschlag der WOBI-Verwaltung und überzeugt davon, dass die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen entscheidend ist, um das historische Gedächtnis zu wahren und den Bürgern Orte zu bieten, die nicht nur schön, sondern auch Träger von Werten sind.“
Gemeinderätin Patrizia Daidone schlug die Anbringung einer mehrsprachigen Gedenktafel mit QR-Code vor, die an die Bedeutung der einstigen Zugangsstelle zum Lager erinnert. „Der Wille der Bürger in der Reschenstraße ist eindeutig: Es besteht ein tiefes Bedürfnis nach Wiederherstellung der Würde und Sakralität dieses Ortes. Die Initiative des WOBI, die Fläche zu übertragen, ist ein bedeutender Schritt, den die Gemeinde aufgreifen muss, um diesen Ort in den Gedenkpfad zu integrieren und sicherzustellen, dass künftige Generationen nicht vergessen.“
Beide Seiten verpflichteten sich, den Dialog fortzusetzen, um die technischen und bürokratischen Aspekte der Übergabe der Fläche zu klären, mit dem gemeinsamen Ziel, diesen Ort bald im Sinne der Allgemeinheit aufzuwerten.
WOBI
Das Wohnbauinstitut Bozen (WOBI) ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung und steht seit 1972 unter der ausschließlichen Zuständigkeit der Autonomen Provinz Bozen. Es errichtet, kauft, saniert und verwaltet Sozialwohnungen mit leistbaren Mieten. Der Gebäudebestand des WOBI umfasst über 13.500 Wohnungen in der gesamten Provinz und gewährleistet etwa 30.000 wirtschaftlich und sozial benachteiligten Familien und Personen das Recht auf Wohnen
